Die Online-Quartierzeitung für Zürich 3.

Gesundheit & Soziales

Lockerung des Besuchsverbotes in Alters- und Pflegeheimen

30. April 2020 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

In den Zürcher Alters- und Pflegeheimen wird das Besuchsverbot ab 30. April 2020 gelockert und in eine Besuchsregelung überführt. Unter Einhaltung von Hygiene- und Distanzvorschriften können die Heime speziell ausgewiesene Besucherzonen einrichten. Damit soll es Angehörigen und Freunden wieder möglich werden, die Bewohnerinnen und Bewohner in diesen Institutionen zu besuchen.

Um ältere Menschen besser zu schützen, hat die Gesundheitsdirektion am 12. März 2020 in Alters- und Pflegeheimen ein Besuchsverbot angeordnet. Das Besuchsverbot galt ab 13. März 2020 bis vorerst 30. April 2020.

Tatsächlich sind ältere Personen besonders von COVID-19 betroffen. Rund 62 Prozent der COVID-19-Todesfälle im Kanton Zürich betreffen Bewohnende von Alters- und Pflegeheimen. Stand gestern, 29. April 2020, sind im Kanton Zürich 119 Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, verstorben. 74 davon lebten in einem Alters-/Pflegeheim, 44 starben im Spital und eine Person zu Hause.

Diese Zahlen zeigen, dass ältere, vulnerable Personen weiterhin besonders geschützt werden müssen. Die Situation in den Heimen ist für alle Betroffenen – Bewohner, Pflegepersonal und Angehörige – belastend. Weil sich die allgemeine Situation bei den Neuinfektionen verbessert, sind ab heute, 30. April 2020, Lockerungen beim Besuchsverbot für Alters- und Pflegeheime möglich, unter der Einhaltung der Vorschriften.

Die Gesundheitsdirektion hat im Merkblatt «Besuchsregelung in Alters- und Pflegeheimen» die Kriterien aufgelistet, nach welchen die Heimleitung Besuche ermöglichen kann. Die Inhalte wurden von einem Fachgremium bestehend aus Vertretern der Gesundheitsdirektion, Gemeindepräsidentenverband, Curaviva, Senesuisse, Ärztinnen, Hygieneexpertinnen und der Kantonalen Führungsorganisation (KFO) geprüft und gutgeheissen.

Unter anderen können ab heute Besucherzonen eingerichtet werden. In diesen Bereichen werden die Besucher mittels geeigneter Vorrichtungen (z.B. Glas, Plexiglas) von den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern abgegrenzt.

Weitere Informationen



Zusätzliche Plätze in städtischen Gesundheitseinrichtungen

7. April 2020 | von | Kategorie: Aktuell, Gesundheit & Soziales

Das Stadtspital Waid und Triemli und die Pflegezentren haben ihre Kapazitäten erhöht und den Betrieb teilweise umgestellt. Zudem sind sie dabei, zusätzliches Personal zu rekrutieren. Damit haben sich die Gesundheitseinrichtungen der Stadt auf eine Zunahme der Covid-19-Fälle vorbereitet.

Die städtischen Gesundheitseinrichtungen, also die Stadtspital-Standorte Waid und Triemli, die acht Pflegezentren und zwölf Pflegewohngruppen sowie die 23 Alterszentren, haben bereits Anfang Februar begonnen, ihre bestehenden Notfallplanungen auf eine mögliche Sars-Cov2-Pandemie auszurichten. Mit der Zunahme der Verdachts- und später der bestätigten Covid-19-Fälle wurden betriebliche Anpassungen vorgenommen und die Kapazitäten in der Intensivbehandlung sowie der Covid-19-Isolationsstation erhöht.

Alle stationären Patientinnen und Patienten mit Covid-19 werden derzeit standardmässig im Triemli behandelt.

  • Die Zahl der Betten auf den Isolierstationen im Stadtspital Triemli konnte sukzessive auf 100 erhöht werden. Sie stehen grundsätzlich für Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die wegen der Schwere ihrer Erkrankung auf Spitalpflege angewiesen sind, aber nicht künstlich beatmet werden müssen.
  • Die Intensivbehandlungs-Plätze konnten von ursprünglich 18 auf 34 aufgestockt werden, 22 davon sind für Covid-19-Fälle vorgesehen. Zusätzliche Betten mit Beatmungsgeräten können in einigen Tagen in Betrieb genommen werden, sofern dies nötig wird.
  • Der Aufbau des dafür nötigen Personal-Pools ist in Gang.
  • 17 Patientinnen und Patienten sind derzeit mit Covid-19 auf der IPS, 35 Personen mit bestätigter oder noch unbestätigter Corona-Infektion auf der Isolationsabteilung. 43 Covid-19-Patientinnen und -Patienten konnten wieder aus dem Spital entlassen werden (Stand 2. April 2020, 10.00 Uhr).

Das Notfallzentrum Waid testet seinerseits auf Sars-Cov2 und hat eine 24/7-Isolierzone für Verdachtsfälle eingerichtet, Patientinnen und Patienten können dort verbleiben, bis ein Testresultat vorliegt. Ausserdem wurden gewisse Behandlungen von Nicht-Covid-19-Fällen, etwa aufgrund von Unfällen und zur Intensivbehandlung, vom Triemli ins Waid verschoben.

Spitäler weiterhin für alle Patientinnen und Patienten in Betrieb

Beide Standorte, Triemli und Waid, führen aber weiterhin alle dringlichen Diagnosen und Behandlungen durch. Dies betrifft insbesondere Patientinnen und Patienten mit Tumor- sowie Herz- und Gefässerkrankungen, ausserdem Unfälle, Blutvergiftungen und Hirnschläge. Die Wege von Verdachtsfällen und bestätigten COVID-Fällen sind räumlich komplett von anderen Patientinnen und Patienten getrennt, so dass zu keiner Zeit ein Ansteckungsrisiko besteht.

Pflegezentren entlasten Krankenhäuser

Eine wichtige Funktion kommt derzeit den städtischen Pflegezentren zu – sie entlasten auch die Spitäler. Bewohnerinnen und Bewohner, die an Covid-19 erkranken, verbleiben in den Pflegezentren, sofern aufgrund ihres Zustandes keine Verlegung ins Spital angezeigt ist oder sie sich für eine palliative Behandlung entschieden haben.

Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegezentren sind in besonderem Ausmass gefährdet. Sie haben in aller Regel bereits mehrere Erkrankungen und befinden sich in hohem Alter. Sie gehören damit zur Gruppe mit dem höchsten Risiko.

Bereits vor Beginn der Pandemie erhöhten die Pflegezentren die Anzahl Betten um 60, davon werden bereits 50 betrieben. Weitere 100 Pflegeplätze können bei Bedarf eröffnet werden. In zwei der acht Pflegezentren wurden Covid-19-Abteilungen geschaffen, die den Anforderungen an die Isolation genügen. Hier werden nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegezentren aufgenommen, auch Spitäler, Notfallstationen und Alterszentren weisen direkt Patientinnen und Patienten zu, die keine Intensivpflege nötig haben, sich palliativ betreuen lassen wollen oder deren Erkrankung bereits abklingt. Eine der beiden Abteilungen ist speziell auf die Pflege von Demenzkranken ausgerichtet. Für neu eintretende Bewohnerinnen und Bewohner wurde eine 14-tägige Quarantäne in spezifisch dafür vorgesehenen Abteilungen eingerichtet.

Um die Aufnahmefähigkeit sicherzustellen, wird Mitte April das stillgelegte Pflegezentrum Irchelpark schrittweise wieder in Betrieb genommen. Aufgrund der Isolations- und Quarantänemassnahmen bleiben immer wieder Pflegebetten kurzfristig frei und können nicht neu belegt werden. Derzeit befinden sich in den Pflegezentren 37 Personen mit Covid-19-Diagnose oder Verdacht auf eine Infektion in Isolation. Einzelne Bewohnerinnen und Bewohner konnten in ihre ursprüngliche Wohnsituation zurückkehren.

Entlastung auch via Alterszentren

Die städtischen Alterszentren nehmen derzeit nur dringende Fälle neu auf. Auf diese Weise sind sie vorbereitet, um bei Bedarf den Spitälern und Pflegezentren leichtere Nicht-Covid-Pflegefälle abzunehmen. Auch in den Alterszentren werden bereits Bewohnerinnen und Bewohner mit positivem Covid-19 Test in Isolation gepflegt oder Personen zur Beobachtung in 14-tägige Quarantäne genommen. Aufgrund der Einschränkungen, namentlich dem Besuchsverbot und dem Besuch von Läden, Poststellen usw., haben die Alterszentren die Betreuung ausgebaut.

Risikopatienten bei Spitex Zürich

Spitex Zürich betreut weiterhin jeden Monat rund 5000 Menschen, die alle der Risikogruppe angehören. Auf diese Weise unterstützt sie Pflegezentren und Spitäler, die dadurch nicht zusätzlich belastet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex pflegen auch Personen, die nach Abklingen der Symptome von Sars-Cov2 aus dem Spital entlassen werden. Positiv getestete Personen werden von speziell ausgebildeten Coronateams betreut.



Besuchsverbot für Spitäler, Alters- und Pflegeheime sowie Invalideneinrichtungen

7. April 2020 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

Die Gesundheitsdirektion erlässt ein Besuchsverbot für alle Spitäler, Alters- und Pflegeheime sowie Invalideneinrichtungen im Kanton Zürich. Das Besuchsverbot gilt ab Freitag, 13. März, bis vorerst 30. April 2020.

In Spitälern gilt ein generelles Besuchsverbot. Allen Personen ist es untersagt, Patientinnen und Patienten in einem Spital zu besuchen. Die Spitaldirektion kann für einzelne Patientengruppen in sachlich begründeten Fällen generell oder im Einzelfall Ausnahmen bewilligen (z. B. Eltern von Kindern, Partner von Gebärenden, palliativen Patientinnen und Patienten). Dabei dürfen höchstens zwei Besucherinnen oder Besucher eine Patientin oder einen Patienten gleichzeitig besuchen. Die Spitaldirektion regelt die Details – insbesondere die maximale Besuchsdauer und die maximale Anzahl Besuche pro Tag – und stellt den Vollzug des Besuchsverbots sicher. Diese Regelungen gelten sinngemäss für die Geburtshäuser.In Alters- und Pflegeheimen und in Invalideneinrichtungen gilt ein generelles Besuchsverbot. Die Leitung der Institution kann im Einzelfall in sachlich begründeten Fällen (z.B. Palliative Care) Ausnahmen vom Besuchsverbot bewilligen. Die Leitung der Institution stellt den Vollzug des Besuchsverbots sicher.



Stadtspital Waid und Triemli: Zusammenführung schreitet voran

30. September 2019 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales
Das Stadtspital Waid und Triemli steht seit einem Jahr unter gemeinsamer Führung und tritt neu als ein grosses Zentrumsspital an zwei Standorten auf. Die standortübergreifende Zusammenführung der Departemente und Kliniken ist weit fortgeschritten und zeigt bereits Wirkung: Die Wirtschaftlichkeit konnte verbessert und die stationären Fallzahlen gesteigert werden – bei unverändert hoher medizinischer Qualität.

Die gemeinsame Führung, die Nutzung von Synergien und die abgestimmte Angebotsstrategie haben die Ausgangslage gemäss Stadtrat Andreas Hauri klar optimiert. Beide Standorte konnten ihre Wirtschaftlichkeit verbessern und weisen im stationären Bereich eine Zunahme aus. Gleichzeitig sind die Qualität der medizinischen Angebote und die Patientenzufriedenheit unverändert hoch. Das ist insbesondere für die Sicherung der kantonalen Leistungsaufträge 2023 von grosser Wichtigkeit. Trotz der erfreulichen Resultate bleiben Herausforderungen wie Kostendruck, neue regulatorische Anforderungen und Fachkräftemangel in spezialisierten Bereichen weiterhin bestehen.

Schrittweise Zusammenführung der Bereiche

Wie sich die Zusammenführung der beiden Spitäler in der Praxis gestaltet, erklärt Spitaldirektor André Zemp: «Uns ist wichtig, dass wir nahtlos ineinandergreifende Prozesse etablieren und Doppelspurigkeiten vermeiden. Neu führen wir alle Departemente und Abteilungen standortübergreifend – das gilt für die medizinischen wie auch nicht-medizinischen Bereiche.» Beispielsweise führt das Stadtspital Waid und Triemli heute nur noch eine Personalabteilung, die für beide Standorte verantwortlich ist. Auch Abteilungen wie Einkauf und Strategie sowie alle medizinischen und pflegerischen Bereiche sind neu standortübergreifend organisiert. Dies führt langfristig nicht nur zu einer wirtschaftlichen Optimierung, sondern auch zu einer Bündelung des Wissens – insbesondere in spezialisierten Bereichen –, attraktiveren Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende und eine noch bessere und individuellere Betreuung der Patientinnen und Patienten. «Durch die gemeinsame Planung sowie die Abstimmungen der verschiedenen Dienstleistungen und Angebote ist in praktisch allen Bereichen eine Effizienzsteigerung und Synergienutzung möglich», erklärt Zemp.

Grundlage für Überführung in öffentlich-rechtliche Anstalt

Um mit der Veränderungsdynamik im Gesundheitswesen auch künftig Schritt halten zu können, benötigt das Stadtspital eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit und zusätzlichen Handlungsspielraum. Im Herbst 2017 hat sich der Stadtrat für eine Überführung der Stadtspitäler in eine öffentlich-rechtliche Anstalt ausgesprochen. Der Stadtrat hält nach wie vor an dieser Position fest. Als Eigentümerin trägt die Stadt die Verantwortung, dass das Stadtspital Waid und Triemli in der neuen Rechtsform erfolgreich und stabil fortbestehen kann. Zwingende Voraussetzungen dafür sind gesunde Finanzen, Sicherung der kantonalen Leistungsaufträge sowie eine erfolgreiche Positionierung durch Umsetzung der Angebotsstrategie. Erst danach kann eine Überführung in eine öffentlich-rechtliche Anstalt erfolgsversprechend angegangen werden, voraussichtlich ab 2023.



«Mein Zürich im Alter» – Sagen Sie Ihre Meinung!

25. Juni 2019 | von | Kategorie: Aktuell, Gesundheit & Soziales

Zürichs Altersstrategie wird neu ausgerichtet: Auf www.mein-zuerich-im-alter.ch ist die Bevölkerung eingeladen ihre Vorstellungen und Ideen für eine altersfreundliche Stadt Zürich einzubringen.

Mein Zürich im AlterDie Stadt Zürich erarbeitet eine neue Altersstrategie. Nach der Mitwirkungsveranstaltung im Mai, an der rund 200 Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Genossenschaften, Organisationen der Altersarbeit, der Stadtverwaltung Zürich und aus der Bevölkerung teilgenommen haben, startet nun die zweite Partizipationsphase.

Auf www.mein-zuerich-im-alter.ch sind alle gefragt

«Nur wenn wir die Bevölkerung direkt fragen, erfahren wir mehr über ihre Bedürfnisse und Vorstellungen und können diese bei der Erarbeitung der neuen Altersstrategie berücksichtigen. Ich bin überzeugt, dass wir so langfristig die besten Lösungen finden», sagt Stadtrat Andreas Hauri. Auf www.mein-zuerich-im-alter.ch stehen verschiedene Themen zur Diskussion: «So will ich wohnen», «Unterwegs in der Stadt», «Finanzielles», «Leben im Quartier», «Miteinander und füreinander», «Was heisst schon alt» und «Übersichtliche Angebote». Interessierte können sich zu einem oder mehreren Themen äussern, eigene Ideen und Anliegen platzieren oder bestehende Beiträge kommentieren. Alle Inhalte werden am Schluss ausgewertet und fliessen in die Erarbeitung der neuen Altersstrategie ein.



Gemeinsame Spitalleitung für die Stadtspitäler

15. Dezember 2018 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

Per 1. Januar 2019 erhält das Stadtspital Waid und Triemli eine gemeinsame Spitalleitung. Die neue Spitalleitung setzt sich aus 13 Personen zusammen und besteht aus Vertreterinnen und Vertretern beider Spitäler.

Der Stadtrat hat im September 2018 entschieden, die Umsetzung des Programms «Stadtspital 2020» zu beschleunigen und André Zemp zum Spitaldirektor beider Stadtspitäler berufen (vgl. Medienmitteilung vom 20. September 2018). André Zemp erhielt den Auftrag, bis Ende Jahr eine gemeinsame Spitalleitung zu bilden. Diesen Auftrag hat er planmässig umgesetzt. Die gemeinsame Spitalleitung ist definiert und von Stadtrat Andreas Hauri verabschiedet. Sie wird per 1. Januar 2019 eingesetzt. Die neue Spitalleitung setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern beider Spitäler zusammen. Mit bisherigen Spitalleitungsmitgliedern, die in der neuen Struktur nicht mehr in der Spitalleitung vertreten sind, konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Sie nehmen in der neuen Organisationsstruktur eine wichtige Rolle ein und werden den Transformationsprozess aktiv mittragen.

Stärkung der öffentlichen Medizin

«Mit der neuen gemeinsamen Spitalleitung rüsten wir das Stadtspital Waid und Triemli für die Zukunft und die Vergabe der kantonalen Leistungsaufträge 2022», so Andreas Hauri. Die neue Spitalleitung wird alle strategischen und operativen Entscheide im Hinblick auf beide Stadtspitäler treffen. Die Spitäler werden damit nachhaltig besser aufgestellt, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Auch wird mit einem gemeinsamen Auftritt des Stadtspitals Waid und Triemli die medizinische Qualität und damit die öffentliche Medizin im Raum Zürich weiter gestärkt. André Zemp betont, dass mit der gemeinsamen Spitalleitung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer optimalen und konsequenten Synergienutzung erreicht sei: «Die neue Spitalleitung wird die Zusammenarbeit in allen Bereichen vorantreiben. Unser Ziel ist es, nahtlos ineinandergreifende Prozesse zu etablieren und Doppelspurigkeiten zu vermeiden». Im vierten Quartal 2018 haben das Stadtspital Waid und Triemli bereits erste Sofortmassnahmen initiiert. Unter anderem schreiten die Zusammenführung des Bereichs Human Resources, die Vereinheitlichung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zusammenarbeit im Bereich Akutgeriatrie und Palliative Care planmässig voran.



Gemeinsame Leitung für die Stadtspitäler Waid und Triemli

24. September 2018 | von | Kategorie: Aktuell, Gesundheit & Soziales

Die Stadtspitäler Waid und Triemli erhalten per sofort eine gemeinsame Führung. André Zemp, Direktor des Stadtspitals Triemli, übernimmt auch die Leitung des Stadtspitals Waid. Eine gemeinsame Leitung stärkt die medizinische Qualität, steigert die Effizienz und verbessert die Wirtschaftlichkeit nachhaltig. Der Stadtrat rüstet die Stadtspitäler so für die Zukunft und die Vergabe der kantonalen Leistungsaufträge 2022.

Die Stadtspitäler Waid und Triemli sind tragende Pfeiler der Gesundheitsversorgungskette der Stadt Zürich. Sie erbringen medizinische, pflegerische und therapeutische Leistungen für alle Bevölkerungsgruppen. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen, sinkende Fallzahlen, ungünstige Tarifentwicklungen und gleichzeitig steigende Kosten, stellen die Stadtspitäler Waid und Triemli vor grosse Herausforderungen. Der Stadtrat hat entschieden die Umsetzung des Programms «Stadtspital 2020» zu beschleunigen. Als Sofortmassnahme werden die beiden Spitäler aus einer Hand geführt.

Kooperation statt interne Konkurrenz

180920_stadtspitäler_Zemp_André«Nur wenn künftig konsequent alle strategischen und operativen Entscheide im Hinblick auf beide Spitäler gefällt werden, können die Potenziale der Stadtspitäler optimal genutzt werden», sagt Stadtrat Andreas Hauri. Bisher funktionieren die Stadtspitäler als autonome Einheiten, die an ihrem jeweiligen Ergebnis gemessen werden. Dies führt zu isolierten Entscheiden, einer unerwünschten internen Konkurrenz, Doppelspurigkeiten bei Angeboten und Strukturen sowie ungenutzten Potenzialen. Eine Situation, die in den heutigen Organisationsstrukturen kaum zu überwinden ist und bereits ein Hindernis im Rahmen des Programms «Stadtspital Zürich 2020» war. Ein Zustand, der in Anbetracht der ökonomischen Entwicklung, nicht mehr haltbar ist. Der Stadtrat hat deshalb entschieden die beiden Stadtspitäler per sofort einer gemeinsamen Leitung zu unterstellen. André Zemp, Direktor des Stadtspitals Triemli, wird gemeinsamer Direktor der Stadtspitäler Waid und Triemli. Er übernimmt damit die Aufgabe von Lukas S. Furler, der aus seiner Funktion zurücktritt und in Pension geht. André Zemp hat den Auftrag bis Ende Jahr eine Spitalleitung für beide Stadtspitäler zu bilden und eine Angebotsstrategie zu erarbeiten. «Beide Stadtspitäler geniessen in der Bevölkerung einen ausgezeichneten Ruf, das ist eine gute Ausgangslage. Ich bin überzeugt, dass wir mit einer gemeinsamen Leitung beide Spitäler medizinisch und wirtschaftlich attraktiver aufstellen können», erklärt André Zemp. Bei der Umsetzung wird der Stadtrat alles daran setzen, Entlassungen zu vermeiden. Der Stadtrat hält nach wie vor an zwei hochstehenden und sich ergänzende Stadtspitälern fest.

Verbesserte Ergebnisse durch spitalübergreifende Sofortmassnahmen

Die gemeinsame Spitalleitung wird konsequent sowohl im medizinischen/pflegerischen als auch im administrativen/logistischen Bereich Optimierungen suchen und umsetzen. Die Bündelung von Wissen und Kompetenzen schafft Spielraum für medizinische Spezialisierungen, stärkt die Qualität sowie die Attraktivität beider Spitäler als Arbeitgeber und Kooperationspartner. Erste Sofortmassnahmen sind bereits im 4. Quartal 2018 geplant. Ziel ist, die vorhandenen Infrastrukturen und personellen Ressourcen besser auszulasten. So wird die Konsiliarische Akutgeriatrie-Präsenz am Stadtspital Triemli durch Spezialistinnen und Spezialisten des Stadtspitals Waid unterstützt. Das Palliative Care-Angebot des Waid wird vermehrt durch Patientinnen und Patienten des Stadtspitals Triemli ausgelastet. Weiter wird das Stadtspital Waid eine gynäkologische und eine ophthalmologische Sprechstunde anbieten. Im administrativen und logistischen Bereich werden die Personalabteilungen zusammengeführt. So werden künftig gleiche Prozesse für die Gewinnung, Entwicklung und Entschädigung des Personals sichergestellt. Weiter sollen bis Ende Jahr die Kodierung, der Einkauf und die Öffentlichkeitsarbeit der beiden Stadtspitäler vereinheitlicht werden. Diese und weitere Sofortmassnahmen sind dringlich, da die positiven Auswirkungen auf die Fallkosten verzögert wirksam werden.

(Medienmitteilung Stadt Zürich)



Neuausrichtung der Quartierkoordination

21. Juli 2018 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

Die Stadt Zürich organisiert die bisherige Quartierkoordination neu. Der Beauftragte für Quartieranliegen und das Büro für Sozialraum und Stadtleben starten am 1. Oktober 2018 mit neuer Positionierung und einem geschärften Aufgabenprofil.

Der neue Beauftragte für Quartieranliegen koordiniert Quartieranfragen zu übergreifenden Themen des Sozialdepartements wie beispielsweise rund um Problemliegenschaften, Nutzungskonflikte oder im Bereich «Nachtleben». Der Beauftragte für Quartieranliegen bringt ausserdem die Informationen und Anliegen des Sozialdepartements in Quartierfragen in gesamtstädtische Projekte und Gremien ein und stellt dabei eine departementale Sicht sicher.

Nachfrageorientierte und themenspezifische Arbeitsweise

Das Büro für Sozialraum und Stadtleben startet am 1. Oktober seinen Betrieb. Im Gegensatz zur bisherigen Quartierkoordination sind die Mitarbeitenden nicht mehr für bestimmte Stadtgebiete zuständig, sondern arbeiten neu nachfrageorientiert oder im Auftrag des Sozialdepartements themenspezifisch entlang der folgenden vier Arbeitsbereiche:

  • Sozialverträgliche Entwicklung für eine Stadt im Wandel
  • Unterstützung der Bevölkerung zu Selbstorganisation / Eigeninitiative
  • Mitwirkung der Bevölkerung in der sich verdichtenden Stadt
  • Zusammenleben und sozialer Zusammenhalt in der wachsenden Stadt

Mit dieser Neuausrichtung kommt das Sozialdepartement sowohl einer vom Gemeinderat geforderten Stellenkürzung in der bis anhin bestehenden Quartierkoordination als auch der im Postulat (GR Nr. 2016/430) geforderten kritischen Überprüfung der Aufgaben der Quartierkoordination nach.



Herausforderndes Jahr 2017 für das Stadtspital Triemli

22. Mai 2018 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

Bei Erträgen knapp auf dem Vorjahresniveau konnten die Personal- und Sachkosten reduziert und das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Die in der Spitalbranche wichtige Kennzahl der EBITDA-Marge erhöhte sich damit von 5,5 auf 7,2 Prozent und liegt über dem Branchendurchschnitt. Ein weiterer Anstieg von Abschreibungen und Zinsen sowie Sonderkosten führten zu einem Defizit von 32,1 Millionen Franken.

2017 behandelte das Stadtspital Triemli 24 162 Patienten stationär. Das sind 352 weniger als im Vorjahr. Hingegen setzte sich der Trend, Behandlungen vermehrt ambulant durchzuführen, auch im 2017 fort (plus 4% Mehrertrag). Unter dem Strich konnten die Erträge knapp gehalten werden. Das Betriebsergebnis von 20,9 Millionen Franken wurde zusätzlich mit Planungs- und Projektierungskosten sowie Sonderabschreibungen von 11,2 Millionen Franken belastet. Daraus resultierte ein negatives Gesamtergebnis von 32,1 Millionen Franken.

Deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge

Das Triemli konnte die EBITDA-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen) von 5,5 Prozent in 2016 auf 7,2 Prozent in 2017 steigern. Dieser Anstieg ist umso erfreulicher, da die Marge bei den Akutspitälern insgesamt fallend ist. Mittelfristig strebt das Triemli für eine nachhaltige Finanzierung eine Steigerung dieser Kennzahl auf 10 Prozent an.

Die laufende Verbesserung von Behandlungsprozessen führte zu einer weiteren Reduktion der Verweildauer der stationären Patientinnen und Patienten um 0,2 Tage auf durchschnittlich 5,3 Tage. 30 Zertifizierungen und Auszeichnungen dokumentieren die hohe medizinische Qualität im Triemli.

Insgesamt suchten 54 486 Notfallpatientinnen und -patienten den Erwachsenen-, Kinder-    oder Frauennotfall auf, ein Plus von 1310 gegenüber dem Vorjahr. Mit dem 2017 neu eröffneten Notfallzentrum mit integrierter Notfallpraxis konnten die Wartezeiten deutlich gesenkt werden. Auch die Geburtsabteilung verzeichnete 2017 einen neuen Rekord. 2209 Babys erblickten das Licht der Welt, was einem Zuwachs von 109 Säuglingen entspricht.

Anlagenutzungskosten und ausserordentliche Aufwände belasten das Ergebnis

Die Anlagenutzungskosten (Abschreibungen und Zinsen) sind 2017 weiter stark gestiegen und betragen neu 53 Millionen Franken (plus 5,2 Million Franken). Mit 13,7 Prozent Anteil am Umsatz liegen sie schweizweit auf einem sehr hohen Niveau.

Ausserordentliche Aufwände belasteten das Jahresergebnis 2017 zusätzlich: Sowohl Planungs- und Projektierungskosten für die «Instandhaltung Turm II» von 6,3 Millionen Franken als auch Sonderabschreibungen von 7,8 Millionen Franken, wovon 3 Millionen Franken gegen Aufwertungsreserven der Stadt Zürich verbucht wurden. Dies führte zu einer Verschlechterung des Ergebnisses von 11,2 Millionen Franken.

Ergebnisverbesserungsprogramm wird fortgeführt und ergänzt

Das 2016 lancierte Ergebnisverbesserungsprogramm «Programm Zukunft Triemli II» (PZT II) zeigt Wirkung: 2017 konnten sowohl beim Personalaufwand (minus 6,7 Millionen Franken) als auch beim Sachaufwand (minus 2,9 Millionen Franken) wesentliche Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Dennoch resultierte 2017 insgesamt kein zufriedenstellendes Gesamtergebnis. Das PZT II wird deshalb weitergeführt, um zusätzliche Massnahmen intensiviert und in eine «Roadmap Stadtspital Triemli 2020» eingebettet.

All diese Bestrebungen sollen dazu beitragen, zusätzlichen Patientennutzen zu generieren und die finanzielle Situation des Spitals weiter zu verbessern. Sie erfolgen in Abstimmung mit der städtischen Spitälerstrategie, welche in Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Spitälern Triemli und Waid vorsieht.



Programm «Stadtspital Zürich 2020»

4. Dezember 2017 | von | Kategorie: Gesundheit & Soziales

160308_STZ_Neubau_Bettenhaus_Ralph_FeinerDer Stadtrat hat sich an seiner Klausur eingehend mit den Stadtspitälern befasst. Als Sofortmassnahme hat er dem kostensenkenden Verdichtungskonzept für das Stadtspital Triemli zugestimmt. Eine «öffentlich-rechtliche Anstalt» im Eigentum der Stadt Zürich als Dach der beiden Spitäler steht nun im Fokus. Zur Unterstützung des komplexen Strategieprozesses hat der Stadtrat einen Ausschuss bestimmt.

Der Stadtrat hat sich intensiv mit der Zukunft der beiden Stadtspitäler Waid und Triemli auseinandergesetzt und die durch die Gesundheitsvorsteherin und den Direktor des Stadtspitals Triemli (STZ) erarbeiteten Grundlagen zur kurz- und mittelfristigen Ergebnisverbesserung des STZ analysiert. Der Stadtrat unterstützt diese Massnahmen und hat erste Entscheidungen dazu gefällt. Zudem hat der Stadtrat auch die nächsten Schritte im Rahmen der Spitälerstrategie diskutiert.

Sofortmassnahmen zur kurz- und mittelfristigen Ergebnisverbesserung

Im Oktober hat das STZ seine Kosten- und Ertragsentwicklung einer erneuten gründlichen Überprüfung unterzogen. Neben den bereits initiierten Ergebnisverbesserungsmassnahmen wurden weitere Sofortmassnahmen identifiziert. Dazu gehört ein konkretes Verdichtungskonzept, das die Gesundheitsvorsteherin dem Stadtrat vorgelegt hat. Dieses sieht vor, dass Gebäude, die nicht zum Kernspital – Bettenhaus, Behandlungstrakt, «Turm» – gehören, nicht mehr durch das Spital betrieben werden. Dadurch können die Investitions- und Anlagenutzungskosten gesenkt und der Umsatz pro Fläche gesteigert werden. Folgerichtig wird auf die geplanten und dem Gemeinderat bereits beantragten neuen Ausgaben zur Erweiterung der Augenklinik und der Frauenklinik verzichtet (Medienmitteilung vom 27. September 2017). Die Augenklinik bleibt am jetzigen Standort. Die Frauenklinik wird ins Kernspital integriert.

Nächste Schritte im Rahmen der Spitälerstrategie

Der Stadtrat hat sich über die nächsten Schritte der Spitälerstrategie ins Bild setzen lassen. Die Steuerung des Programms unter Führung der Gesundheitsvorsteherin wird durch einen stadträtlichen Ausschuss unterstützt, dem Stadtpräsidentin Corine Mauch, Stadtrat Filippo Leutenegger, Stadtrat Raphael Golta und Stadtrat Andres Türler angehören.

Weiter hat sich der Stadtrat auch mit der Frage der künftigen Rechtsform des Stadtspitals befasst und die Entwicklungen auf kantonaler Ebene gewürdigt. Die Stimmberechtigten haben – auch in der Stadt Zürich – im Mai die Umwandlung des Kantonspitals Winterthur KSW und der Integrierten Psychiatrie Winterthur IPW in Aktiengesellschaften abgelehnt. In der Folge hat der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Gesetzesvorlage unterbreitet, um KSW und IPW als öffentlich-rechtliche Anstalten zu führen, sie mit Kapital auszustatten und ihnen die Immobilien im Baurecht zu übertragen. Der Stadtrat hat entschieden, sich an diese Vorlage für ein gemeinsames Dach der Stadtspitäler Waid und Triemli zu orientieren. Dieses Modell behält die Stadtspitäler im öffentlichen Eigentum, bringt aber mehr Flexibilität und Agilität, um künftige Kooperationen mit anderen Spitälern zu vereinfachen und das Reaktionstempo auf regulatorische Entwicklungen, Veränderungen im Umfeld und den medizinischen Fortschritt erhöhen zu können.

Zeitplan für die Umsetzung

Die notwendigen Entscheidungsgrundlagen für die strategischen Schritte von Eignerstrategie über Rechtsform bis zu Kapitalisierung, Kooperationskonzept und Unternehmensstrategie sollen bis Ende 2018 erarbeitet sein und als Anträge an den Gemeinderat konkretisiert werden, so dass 2019 die politischen Entscheide getroffen und 2020 umgesetzt werden können. Ziel sei es, eine qualitativ hochstehende und effiziente Spitalversorgung für alle städtischen Bevölkerungsgruppen.