Eröffnung Lauschfeld auf dem Friedhof Sihlfeld A
21. Juli 2018 | von admin | Kategorie: AktuellDas Ausstellungsfeld mit erhaltenswerten Grabmälern auf dem Friedhof Sihlfeld A wird um ein Hörangebot ergänzt. Sitzgelegenheiten laden dazu ein, Geschichten zur Entstehung und Gestaltung von Grabmälern zu hören. Das neue Lauschfeld macht die Bedeutung und den Wert von Grabmälern als Teil der Friedhofskultur zum Thema und erschliesst diesen Aspekt der Zürcher Friedhöfe für ein breiteres Publikum.
Grabmäler von aufgehobenen Gräbern mit besonderer gestalterischer Ausstrahlung sammelt das Bestattungs- und Friedhofamt in einem speziellen Ausstellungsfeld auf dem Friedhof Sihlfeld A. Neu umfasst diese Ausstellung auch ein Hörangebot. Sitzgelegenheiten zwischen den Grabsteinen laden dazu ein, Geschichten zur Entstehung und Gestaltung der Grabmäler zu hören: Sachliches, Poetisches und Kurioses aus der Literatur, aus amtlichen Schriftwechseln und aus Texten von Markus Rottmann.
Die Erfahrung der städtischen Fachstelle für Grabmalkultur zeigt, dass sich nur noch wenige Personen aktiv mit dem Thema Grabmal beschäftigen, schon gar nicht mit dem eigenen Grabmal. Auch der Trend hin zu Bestattungen in Gemeinschaftsgräbern ohne individuelles Grabmal trägt dazu bei. Das Lauschfeld lädt ein, sich mit der Bedeutung und dem Wert von Grabmälern als Teil der Friedhofskultur auseinanderzusetzen. Es trägt auch dazu bei, die Zürcher Friedhöfe mit ihren verschiedenen Aspekten für ein breiteres Publikum zu erschliessen.
Das Lauschfeld und die Lauschhocker sind in Zusammenarbeit des Bestattungs- und Friedhofamts und Grün Stadt Zürich entstanden.
Rund 60 000 Menschen sterben jedes Jahr in der Schweiz, in Zürich sind es zwischen 3500 und 4000. Wenn jeder dieser Todesfälle vier bis acht Hinterbliebene tangiert; Verwandte, Bekannte, Freundinnen und Freunde, so sind jährlich eine Viertel- bis eine halbe Million Menschen mit dem Tod konfrontiert. Letztlich betrifft er uns alle. Dennoch gab es bisher keine zentrale Informationsstelle zu den «letzten Dingen». Auch im Kulturbereich fehlt es an Möglichkeiten für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Diese Informations- und Service-Lücke wird nun mit dem Friedhof Forum geschlossen. Die neue Institution des Bevölkerungsamts bietet Informationen, vermittelt Kontakte und entwickelt kulturelle Angebote wie Führungen, Podiumsgespräche, Ausstellungen und Veranstaltungen. Das Friedhof Forum richtet sich an Menschen, die sich mit dem eigenen Tod oder dem bevorstehenden Tod von Nahestehenden auseinandersetzen wollen, an Angehörige von Verstorbenen, an Personen, die ein generelles oder kulturelles Interesse am Thema Tod haben, oder an Schulklassen, die sich dem Thema nähern möchten. Unternehmen und andere Institutionen können beim Friedhof Forum Führungen buchen. Weitere Angebote sind in Bearbeitung.
Das imposante alte Grabmal der Familie Luchsinger-Caballero war übel zugerichtet worden: Unbekannte Vandalen hatten den neben einem Sarkophagen knienden Engel geköpft und ihm einen Flügel abgeschlagen. Beide Teile waren nicht mehr auffindbar. Auch ein Arm der Engelsfigur und der Sarkophag waren beschädigt. Im Sommer 2009 beschloss das Bestattungs- und Friedhofamt der Stadt Zürich, das historisch bedeutungsvolle Grabmal in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege restaurieren zu lassen.