Die Online-Quartierzeitung für Zürich 3.

Mehr Hochwasserschutz an der Sihl

26. März 2011 | von | Kategorie: Aktuell

Der Kanton Zürich hat nach den Schadenereignissen von 2005 das Hochwassermanagement für Zürichsee, Sihl und Limmat aufgebaut und es laufend verbessert. Nach der Grundlagenerarbeitung und der Umsetzung von Sofortmassnahmen soll der Hochwasserschutz entlang von Sihl und Limmat weiter optimiert werden, um die Risiken zu minimieren. Bereits in Planung ist ein Schwemmholzrückhalt in der Sihl, der bis 2015 realisiert wird.

In den letzten 30 Jahren gab es in der Schweiz auffällig viele Extremwetterlagen und Hochwasser. Mit den häufigeren und intensiveren Ereignissen steigt die Wahrscheinlichkeit eines Extremhochwassers. Die letzten ausserordentlichen Hochwasser (Wiederkehrperiode alle 100 bis 300 Jahre) im Kanton Zürich wurden 1910, 1874 und 1846 verzeichnet.

Sihl-HochwasserStetig steigendes Schadenpotenzial
2005 entging die Stadt Zürich nur knapp grossen Hochwasserschäden. Die Schadensumme im Kanton Bern allein belief sich auf über 800 Millionen Franken; im Kanton Zürich betrug sie 15 Millionen Franken. Wäre das Niederschlagszentrum 2005 statt im Berner Oberland über dem Sihl-Einzugsgebiet gelegen, dann hätte die Sihl grosse Teile der Stadt Zürich überschwemmt. Dadurch wären Menschen gefährdet und immense materielle Schäden verursacht worden. Auch deshalb, weil das Schadenpotenzial in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist. Seit dem Hochwasser von 1910 ist in der Stadt Zürich viel gebaut worden. Und weil hohe Sachwerte und die Infrastruktur oftmals im Untergrund liegen, ist selbst bei einer geringen Wassertiefe an der Oberfläche mit einem Schaden von mehreren Milliarden Franken zu rechnen. Hinzu kämen volkswirtschaftliche Kosten durch Betriebsstörungen und -unterbrüche und den Ausfall oder die Zerstörung der Infrastruktur (Verkehr, Energie, Telekommunikation usw.). Diese Folgekosten lassen sich kaum beziffern; sie würden aber die materiellen Schäden bei Weitem übersteigen. Im Einzugsgebiet von Zürichsee, Sihl und Limmat ist das Schadenpotenzial im Hochwasserfall in der Stadt Zürich weitaus am höchsten.

Bessere Hochwasserprognosen und aktive Seenregulierung
Der Kanton Zürich hat die Hochwasserereignisse 2005 analysiert und erste Massnahmen umgesetzt, die insbesondere der Stadt Zürich zugute kommen:

  • Erhöhung Durchflusskapazität beim Hauptbahnhof Zürich: Damit die Hochwassersicherheit erhalten bleibt, wurde mit dem Bau der neuen Durchmesserlinie 2007 die Sihl ausgebaggert.
  • Hochwasserprognosen: Dank der neuen Abfluss-Prognoseplattform des Bundeamtes für Umwelt (BAFU) kann der Kanton Zürich seit 2007 grosse Gewässer wie Reuss, Thur, Limmat, Sihl, Töss und Glatt besser überwachen.
  • Hochwasserfachstelle: Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) beurteilt aufgrund von Messdaten und Prognosen täglich die Hochwasserlage und kann frühzeitig die Kantonspolizei informieren, die für die Warnung der Bevölkerung und der Notfallorganisationen zuständig ist.
  • Aktive Regulierung der Speicher- und Stauseen: Der Kanton Zürich hat 2008 ein Vorhersagesystem für die örtlichen Abflussmengen eingerichtet. Dadurch können die Pegel von Sihlsee und Zürichsee vorsorglich und koordiniert abgesenkt werden: Die beiden Seen dienen während starken Niederschlägen als Rückhaltebecken.

Sihlhochstrasse-SchwemmholzSchwemmholzrückhalt in der Sihl
Mit einer breit abgestützten Planung werden bis Anfang 2012 langfristige Lösungsansätze für den verstärkten baulichen Sihl-Hochwasserschutz gesucht.Als erste bauliche Massnahme ist der Bau eines Schwemmholzrechens in der Sihl geplant. Aufgrund der Schwemmholzgefahr hat der Regierungsrat im April 2010 einen Projektierungskredit von 1,3 Millionen Franken genehmigt. Gebaut werden soll der Sihl-Schwemmholzrückhalt bei Langnau am Albis von 2013 bis 2015. Weitere langfristige Schutzmassnahmen werden aufgrund der Ergebnisse der Projektvarianten- und Machbarkeitsstudien geplant. Ab wann die Umsetzung erfolgt, ist noch nicht festgelegt. Vorläufiges Fernziel ist, dass die Stadt Zürich gegen Extremhochwasser und die anderen betroffenen Siedlungsgebiete gegen ein im Schnitt alle 100 Jahre zu erwartendes Hochwasser geschützt sind. Durch geeignete Massnahmen sollen Todesopfer vermieden und Sachschäden minimiert werden. Mit dem Projekt Hochwasserschutz Zürich schafft die Baudirektion die Voraussetzungen für einen optimierten Hochwasserschutz entlang von Sihl und Limmat, insbesondere für die Stadt Zürich.

Weitere Informationen: www.hochwasserschutz-zuerich.zh.ch

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