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Abstimmung über Geothermie-Bohrung im Triemli

25. Oktober 2009 | von | Kategorie: Abstimmungen & Wahlen, Aktuell

Die Verankerung der Nachhaltigkeit und der 2000-Watt-Gesellschaft in der Zürcher Gemeindeverfassung verpflichtet die Behörden, die Energieversorgung langfristig umwelt- und klimaverträglich zu gestalten. Die Stadt Zürich setzt für ihre Stromzukunft auf Energie aus erneuerbaren Quellen: Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie. Die Geothermie ist eine junge, noch wenig ausgereifte Technologie, die auf der Nutzung von Wärme aus dem Erdinnern basiert.

Zum Ermitteln des Geothermiepotenzials auf dem Gebiet der Stadt Zürich sind vertiefte Abklärungen nötig. Der Gemeinderat hat im Dezember 2008 einen Objektkredit von 19,89 Mio. Franken beschlossen, mit dem das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) eine Bohrung im Triemli-Quartier absenken kann. Diese soll erste Erkenntnisse für eine künftige Stromproduktion und Wärmenutzung aus Geothermie auf dem Gebiet der Stadt Zürich bringen. Beim damaligen Projektstand waren präzise Aussagen über die Kosten der Bohrung schwierig. Kommt hinzu, dass das Zeitfenster für das Projekt von Anfang an eng begrenzt war. Mit fortschreitender Bearbeitung des Projektes zeigte sich, dass der bewilligte Betrag für eine Erkundungsbohrung reichen würde, nicht aber für die Nutzung der allenfalls gefundenen Wärme.

Als Reaktion auf die neuen Gegebenheiten reichten elf Mitglieder der gemeinderätlichen Spezialkommission eine Motion ein, die den Stadtrat zu einer vorsorglichen Erhöhung des Objektkredits verpflichtet. Der Stadtrat erfüllte die Motion mit dem Antrag an den Gemeinderat, den bewilligten Kredit von 19,89 Mio. Franken auf 38,7 Mio. Franken aufzustocken.
Den endgültigen Entscheid über diese Krediterhöhung treffen die Stimmberechtigten. Erweist sich der Untergrund beim Triemli für eine Wärmenutzung als geeignet, kann das ewz mit den zusätzlichen Mitteln unmittelbar nach der ersten Bohrung eine zweite absenken. Diese soll zusätzliche Erkenntnisse zum Potenzial der vorgefundenen Wärme sowie über allfällige Möglichkeiten der Förderung bringen. Als dritter Schritt wäre der Bau einer Energiezentrale nötig, die die gefundene Wärme fördern und verteilen würde. Sie würde – je nach Ausmass des Fundes – die Liegenschaften der Baugenossenschaft Sonnengarten, das Triemlispital und allenfalls weitere Gebäude mit Wärme versorgen.

Die Stadt Zürich steht mit diesem Projekt unter erheblichem Zeitdruck, weil das geräuscharme Bohrgerät nur beschränkt verfügbar ist, eine Verzögerung erhebliche Mehrkosten verursacht und weil der Bohrplatz im Frühjahr 2011 geräumt sein muss. Dannzumal ist der Neubau der Genossenschaft Sonnengarten bezugsbereit.
Die von Stadt- und Gemeinderat beantragte Krediterhöhung um 18,81 Mio. Franken auf 38,7 Mio. Franken umfasst die zweite Bohrung sowie den Bau der Energiezentrale. Das ewz setzt dafür keine Steuergelder ein, sondern selber erwirtschaftete Mittel.

(Quelle: Abstimmungszeitung der Stadt Zürich)

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